Politik-Labor
Leitung: Prof. Dr. Dirk Lange; Koordination: Tammo Grabbert
Förderer: Leibniz-KIQS - Konzepte und Ideen für Qualität im Studium (Studienmittel der LUH)
Volumen: 35.000 EUR; Laufzeit: 2010
Förderer: Leibniz Universität Hannover (Studienmittel, Projektorientierte Unterstützung der Lehre)
Volumen: 3.520 EUR; Laufzeit: 2010
Projektbeschreibung
Das Politik-Labor der Agora Politische Bildung an der Leibniz Universität Hannover ist ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler der Klasstenstufen 10 bis 13. Es zielt darauf, den Lernenden einen aktiven Zugang zu sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung zu eröffnen und damit das didaktische Prinzip des Forschenden Lernens für die Politische Bildung nutzbar zu machen.
Das Forschende Lernprinzip will zu Denkleistungen anregen, durch die Lernende politisch-soziale Probleme und Fragen erkennen, diese analysieren und mögliche Bewältigungsstrategien ausarbeiten. Durch selbstständiges Forschen sollen Lernende einen eigenständigen Beitrag zur Deutung der politischen Wirklichkeit leisten.
In einer Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Lehrerinnen, Lehrern und Studierenden wurden bisher erfolgreich Politik-Labore zu den übergreifenden Themen „Europa“, „Globalisierung“ und „Demokratie“ konzipiert und durchgeführt. Weitere Themenlabore sind in Vorbereitung.
Regelmäßig wird das Politik-Labor von Schülerinnen und Schülern der Klasstenstufen 10 bis 13 besucht. In einem organisierten Arbeitsrhythmus zwischen 9 und 15.30 Uhr werden die grundlegenden Schritte eines Forschungsprozesses durchgeführt. Der dem Forschenden Lernen immanente Anspruch der Wissenschaftsorientierung verlangt, dass das Vorgehen der Lernenden analog der Phasen eines Forschungsprozesses systematisiert und mit sozialwissenschaftlichen Methoden umgesetzt wird. Literaturrecherche, Interviews und Umfragen sowie Expertenbefragungen gehören zu den etablierten Instrumenten sozialwissenschaftlicher Forschungspraxis und kommen im Politik-Labor zum Einsatz.
Interessengeleitet ordnen sich die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Politik-Labors bis zu acht unterschiedlichen Kleingruppen zu. Diese erforschen das Oberthema aus einer je anderen fachwissenschaftlichen Perspektive. Relevante Bezugswissenschaften sind z.B. Soziologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Umweltwissenschaft, Philosophie und Geschichte.
Ausgangspunkt der ersten, sogenannten diagnostischen Phase des Politik-Labors bilden Motivansätze in Form von audiovisuellen Impulsen wie Grafiken, Fotos, Karikaturen und Zeitungsartikel. Auf Grundlage dieser Impulsmaterialien erfolgt die selbstständige Erarbeitung einer forschungsleitenden Fragestellung durch die Lernenden.
Im Forschungsprozess können die Schülerinnen und Schüler die gesamte Infrastruktur der Universität nutzen, Internetzugang und Bibliothek stehen ebenso zur Verfügung wie Videokameras und Transkriptionsgeräte zur Dokumentation von Interviews und Umfragen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen halten sich für Expertengespräche und Interviews bereit. Selbstverantwortlich entscheiden die Lernenden, ob und wie sie Rat und Hilfestellungen während des Forschungsprozesses in Anspruch nehmen. Zu diesem Zweck stehen ihnen studentische Tutorinnen und Tutoren für alle inhaltlichen, methodischen und organisatorischen Fragen zur Verfügung. Die abschließende Präsentation und kritische Diskussion der Forschungsergebnisse sowie der Methodenwahl bilden einen wichtigen Bestandteil des Lernprozesses.
Das Politik-Labor liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Propädeutik und kann auch zur Vorbereitung auf die Facharbeit genutzt werden. Zudem lassen sich die im Politik-Labor gemachten Erfahrungen gut in das Unterrichtsgeschehen integrieren.
Das Politik-Labor ist darüber hinaus Gegenstand regulärer Seminare für Lehramtsstudierende. Unabhängig von einer Seminarteilnahme besteht für Studierende der gesamten Philosophischen Fakultät auch die Möglichkeit, als Tutor/-in im Politik-Labor berufliche Schlüsselkompetenzen zu erwerben. Für die regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen des Politik-Labors sowie den Schulungen können zudem Schlüsselkompetenz-Leistungspunkte (2 LP) erworben werden. Des weiteren besteht die Möglichkeit, Lernforschungsprojekte durchzuführen (z. B. für Hausarbeiten, Abschlussarbeiten).
Presse
Politik-Labor an der Uni Hannover
Die Zeit, 12. August 2010, Nr. 33, S. 62
Schüler forschen im Politik-Labor der Universität
Nordwest-Zeitung 27.08.2009
Praxis im Politik-Labor
Wissenschaft zum Anfassen
Diabolo Ausgabe 35/07
Lob für Politik-Labor
Förderung 30 000 Euro an Uni-Projekt
Nordwest-Zeitung 17.10.2006
"Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" zeichnet Politik-Labor aus
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Publikationen zum Politik-Labor
Lange, Dirk/Grabbert, Tammo/Heldt, Inken (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Grabbert, Tammo/Lange, Dirk/Heldt, Inken: Das Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Grabbert, Tammo: Wozu ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung? In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Heldt, Inken: Wie Schülerinnen und Schüler Politik erforschen: Konzeption und Praxis des Politik-Labors. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Lange, Dirk: Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Lange, Daniel/Thorweger, Jan Eike: Themenlabor Europa: Europa als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Overhoff, Mirjam/Retz, Mike/Weiden, Helen: Demokratie als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Allmendinger, Björn: Globalisierung als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Grabbert, Tammo/Heldt, Inken: „Was bringt uns das?“ Erfahrungen von und mit Schülerinnen und Schülern im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Behne, Markus W./Peitsch, Henrik: Nachhaltige Entwicklung am Beispiel Mobilität. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Haarmann, Moritz-Peter: Die Wirtschaftsordnung im Politik-Labor: kein Schicksal, sondern eine politische Gestaltungsaufgabe. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag, erscheint 2011.
Grabbert, Tammo: Ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung – Erfahrungen mit dem „Politik-Labor“. In: Politik unterrichten, Heft 2/2010, S. 33- 40.
Grabbert, Tammo: Das Politik-Labor. Ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung. In: PerspektivRäume, Heft 2/2010, S. 154-167. Online unter: http://www.perspektivraeume.uni-hannover.de/fileadmin/perspektivraeume/pdf/Heft_2__2010_/Grabbert_-_Politiklabor.pdf
Heldt, Inken/Lange, Dirk: Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung, in: Rudolf Messner (Hrsg.), Schule forscht. Ansätze und Methoden zum forschenden Lernen, Hamburg 2009, S. 122-130.
Grabbert, Tammo: Das Politik-Labor der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. In: Politik unterrichten. Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung Niedersachsen, 23. Jg., Heft 2/2008, S. 28-29.
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