• Zielgruppen
  • Suche
 

Ökonomisches Lernen für die Demokratie!

 

„Ökonomisches Lernen für die Demokratie“ – Eine politikdidaktische Rekonstruktion des ökonomischen Lernens

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Dirk Lange
Konzeption und Koordination: Dr. Moritz Peter Haarmann
Förderung: Teilprojekt im Projekt „Theoria cum praxi“ der Leibniz School of Education/BMBF-Programm „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“
Volumen: 180 000 €
Laufzeit: 01.08.2015 – 31.12.2018

Als Haupt- und Ankerfach des gesellschaftlichen Lernens ist eine moderne Politische Bildung trans- und interdisziplinär ausgerichtet. Im Zentrum der fachdidaktischen Überlegungen steht die Frage, wie Lernende darin gefördert werden können, auf der Grundlage demokratischer Werte aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Zusammenleben teilzuhaben. Für eine in diesem Sinne emanzipatorische Politische Bildung sind die unterschiedlichen Formen des gesellschaftlichen Lernens dialogisch aufeinander zu beziehen. Das curricular in den vergangenen Jahren aufgewertete ökonomische Lernfeld wird allerdings bisher nur unzureichend auf das Leitbild der gesellschaftlichen Mündigkeit bezogen. Sowohl in den schulischen Lehrplänen von ‚Bindestrich-Fächern‘ wie ‚Politik-Wirtschaft‘ als auch in der universitären Lehramtsausbildung steht es bisher weitgehend unvermittelt ‚neben‘ den Zielen einer emanzipatorischen Politischen Bildung und wird stattdessen einseitig an den Deutungshorizont des wirtschaftswissenschaftlichen Mainstreams ausgerichtet. Im Ergebnis wird ökonomisches Lernen an Schule und Hochschule bisher weitgehend auf ein marktaffines Modelldenken reduziert, statt ‚Wirtschaft‘ als Teil des demokratischen Gestaltungsauftrags erfahrbar zu machen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie das ökonomische Lernen anschlussfähig an den Demokratie-Auftrag von Schule gemacht werden kann. Das im August 2015 begonnene Projekt „Ökonomisches Lernen für die Demokratie!“ widmet sich dieser didaktischen Herausforderung. Als Teil des an der Leibniz School of Education im Rahmen des BMBF-Programms „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ laufenden Projekts „Theoria cum praxi“ leistet Moritz Peter Haarmann eine politikdidaktische Rekonstruktion von zentralen Erklärungsansätzen der Ökonomik.

Dafür werden unter Einbindung von Studierenden des Masters of Education (Lehramt an Gymnasien) wichtige Gegenstände des ökonomischen Lernens im Sinne einer inter- und transdisziplinären emanzipatorischen Politischen Bildung strukturiert. Unter Bezugnahme auf die systemisch konstruktivistische Pädagogik Kersten Reichs steht dabei die Anwendung von didaktischen Prinzipien im Vordergrund, mittels denen ökonomische Denkweisen konstruiert, rekonstruiert und dekonstruiert werden können. Auf Grundlage dieser konkreten Anwendungsbeispiele einer politikdidaktisch rekonstruierten Ökonomik wird ein Konzept entwickelt, die volkswirtschaftlichen Lehranteile im Masterstudiengang „Politik-Wirtschaft“ sachzielgerecht im Studiengang zu verankern.

Parallel zu dieser Arbeit widmet sich Moritz Peter Haarmann als Habilitationsprojekt der Entwicklung einer integrativen Didaktik für das Unterrichtsfach „Politik-Wirtschaft“.