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Politik-Labor

Leitung: Prof. Dr. Dirk Lange; Koordination: Moritz Peter Haarmann; Mitarbeiter: Ramona Kaufmann (Studentische Mitarbeiterin), Steffen Reiner (Studentischer Mitarbeiter)

Aktuelle Förderung:

Förderer: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Volumen: 21.400 EUR; Laufzeit: 2012 ­

Bisherige Förderung:

Förderer: Leibniz-KIQS - Konzepte und Ideen für Qualität im Studium (Studienmittel der LUH)
Volumen: 35.000 EUR; Laufzeit: 2010 ­

Förderer: Leibniz Universität Hannover (Studienmittel, Projektorientierte  Unterstützung der Lehre)
Volumen: 3.520 EUR; Laufzeit: 2010 ­

Projektbeschreibung

Allgemeine Informationen:

Das Politik-Labor der AGORA Politische Bildung an der Leibniz Universität Hannover ist ein außerschulischer Lernort für Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 bis 13. Es zielt darauf, den Lernenden einen aktiven Zugang zu sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung zu eröffnen und damit das didaktische Prinzip des Forschenden Lernens für die Politische Bildung nutzbar zu machen.

In einer Arbeitsgemeinschaft aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Lehrkräften und Studierenden wurden bisher erfolgreich Politik-Labore zu verschiedenen Themen konzipiert und durchgeführt (siehe Wie arbeitet das Politik-Labor?). Weitere Themenlabore sind im Rahmen der Weiterentwicklung des Politik-Labors in Vorbereitung.   

Das Prinzip des Forschenden Lernens:

Das Forschende Lernprinzip will zu Denkleistungen anregen, durch die Lernende politisch-soziale Probleme und Fragen erkennen, diese analysieren und mögliche Bewältigungsstrategien ausarbeiten. Durch selbstständiges Forschen sollen Lernende einen eigenständigen Beitrag zur Deutung der politischen Wirklichkeit leisten.

Wie arbeitet das Politik-Labor?

Regelmäßig wird das Politik-Labor von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 10 bis 13 besucht. In einem organisierten Arbeitsrhythmus zwischen 8:00 und 15.30 Uhr werden die grundlegenden Schritte eines Forschungsprozesses durchgeführt.

Der dem Forschenden Lernen immanente Anspruch der Wissenschaftsorientierung verlangt, dass das Vorgehen der Lernenden analog der Phasen eines Forschungsprozesses systematisiert und mit sozialwissenschaftlichen Methoden umgesetzt wird. Literaturrecherche, Interviews und Umfragen sowie Expertenbefragungen gehören zu den etablierten Instrumenten sozialwissenschaftlicher Forschungspraxis und kommen im Politik-Labor zum Einsatz.

Nach der verbindlichen Anmeldung werden Ober- und Unterthema (wie z.B. Europa – und dazu z.B. „Geschichte der EU“, „EURO-Krise“, „Zukunft der EU“ und „Kleine EU-Institutionenkunde“ usw.) für das Politik-Labor festgelegt, sodass sich die Schülerinnen und Schüler interessengeleitet in Kleingruppen zusammenfinden können. Für die folgende Arbeitsphase werden Impulsmaterialien in Form von Videos, Grafiken, Fotos, Karikaturen und Zeitungsartikeln bereitgestellt. Sie bilden die Grundlage für das weitere selbstständige Erarbeitung einer forschungsleitenden Fragestellung durch die Lernenden.

Im Forschungsprozess können die Schülerinnen und Schüler die gesamte Infrastruktur der Universität nutzen, Internetzugang und Bibliothek stehen ebenso zur Verfügung wie Videokameras und Transkriptionsgeräte zur Dokumentation von Interviews und Umfragen. Sofern möglich, halten sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen für Expertengespräche und Interviews bereit.

Selbstverantwortlich entscheiden die Lernenden, ob und wie sie Rat und Hilfestellungen während des Forschungsprozesses in Anspruch nehmen. Zu diesem Zweck stehen ihnen studentische Tutorinnen und Tutoren für alle inhaltlichen, methodischen und organisatorischen Fragen zur Verfügung. Die abschließende Präsentation und kritische Diskussion der Forschungsergebnisse sowie der Methodenwahl bilden einen wichtigen Bestandteil des Lernprozesses.

Das Politik-Labor im schulischen Lernprozess:

Damit die Durchführung bestmöglich gelingt, muss von allen Beteiligten eine Vorbereitung stattfinden. Seitens der Studierenden findet dies in einem parallel auf das Politik-Labor abgestimmten Seminar statt, in welchem sie mit dem Prinzip des Forschenden Lernens und ihrer eigenen begleitenden Rolle in diesem Lernprozess sowie den Impulsmaterialen vertraut werden.

Die Ermöglichung einer guten Einbindung des Politik-Labors in den Unterrichtsplan ist uns wichtig. Deswegen findet eine Vorstellung des Projekts seitens der Studierenden in zeitlicher Absprache mit der Lehrkraft im Rahmen des Unterrichts statt, sodass die Lernenden bereits erfahren, was sie am Tag des Politik-Labors in der Universität erwartet.

Um zu wissenschaftlichen Fragestellungen und Forschungsprozessen zu kommen, ist es wichtig, dass die Lernenden bereits ein Grundverständnis von Wissenschaft und sozialwissenschaftlichen Methoden haben. Deswegen haben wir ein Methodenhandbuch speziell für Schülerinnen und Schüler erstellt. Diese Grundlagen sollten im Vorhinein von der Lehrkraft im Unterricht vermittelt worden sein – Hier kann je nach Lerngruppe entschieden werden, ob die Einführungspräsentation des Labors durch die Studierenden zu Beginn der Einheit oder separat kurz vor der Labor-Durchführung stattfinden soll.

Aufgrund des Forschenden Lernprinzips liefert das Politik-Labor einen wichtigen Beitrag zur Propädeutik und kann auch zur Vorbereitung auf die Facharbeit genutzt werden. Zudem lassen sich die im Politik-Labor gemachten Erfahrungen gut in das schulische Unterrichtsgeschehen integrieren.

Das Methodenhandbuch für Schülerinnen und Schüler: hier

Informationen für Lehrkräfte:

Hier

Informationen für Studierende:

Das Politik-Labor ist Gegenstand regulärer Seminare für Lehramtsstudierende. Unabhängig von einer Seminarteilnahme besteht für Studierende der gesamten Philosophischen Fakultät auch die Möglichkeit, als Tutor/-in im Politik-Labor berufliche Schlüsselkompetenzen zu erwerben. Für die regelmäßige Teilnahme an den Veranstaltungen des Politik-Labors sowie den Schulungen können zudem Schlüsselkompetenz-Leistungspunkte (2 LP) erworben werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Lernforschungsprojekte durchzuführen (z. B. für Hausarbeiten, Abschlussarbeiten).  

Presse

Politik-Labor an der Uni Hannover
Die Zeit, 12. August 2010, Nr. 33, S. 62

Schüler forschen im Politik-Labor der Universität
Nordwest-Zeitung 27.08.2009

Praxis im Politik-Labor
Wissenschaft zum Anfassen
Diabolo Ausgabe 35/07

Lob für Politik-Labor
Förderung 30 000 Euro an Uni-Projekt
Nordwest-Zeitung 17.10.2006

"Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" zeichnet Politik-Labor aus
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Publikationen zum Politik-Labor

Haarmann, Moritz Peter / Lange Dirk (2014): Das Politik-Labor: Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. In: Juchler, Ingo (Hrsg.): Projekte in der schulischen und außerschulischen politischen Bildung, Schriftenreihe Bd. 1363, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, S. 74-87 (i.E.).

Lange, Dirk/Grabbert, Tammo/Heldt, Inken (2011): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Grabbert, Tammo/Lange, Dirk/Heldt, Inken (2011): Das Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Grabbert, Tammo (2011): Wozu ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung? In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Heldt, Inken (2011): Wie Schülerinnen und Schüler Politik erforschen:  Konzeption und Praxis des Politik-Labors. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Lange, Dirk (2011): Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Lange, Daniel/Thorweger, Jan Eike (2011): Themenlabor Europa: Europa als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Overhoff, Mirjam/Retz, Mike/Weiden, Helen (2011): Demokratie als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Allmendinger, Björn (2011): Globalisierung als Lerngegenstand im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Grabbert, Tammo/Heldt, Inken (2011): „Was bringt uns das?“ Erfahrungen von und mit Schülerinnen und Schülern im Politik-Labor. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Behne, Markus W./Peitsch, Henrik (2011): Nachhaltige Entwicklung am Beispiel Mobilität. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Haarmann, Moritz Peter (2011): Die Wirtschaftsordnung im Politik-Labor: kein Schicksal, sondern eine politische Gestaltungsaufgabe. In: Lange/Grabbert/Heldt (Hrsg.): Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung. Schwalbach/TS.: Wochenschau Verlag.

Grabbert, Tammo: Ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung – Erfahrungen mit dem „Politik-Labor“. In: Politik unterrichten, Heft 2/2010, S. 33- 40.

Grabbert, Tammo: Das Politik-Labor. Ein Schüler/-innenlabor für die Politische Bildung. In: PerspektivRäume, Heft 2/2010, S. 154-167. Online unter: http://www.perspektivraeume.uni-hannover.de/fileadmin/perspektivraeume/pdf/Heft_2__2010_/Grabbert_-_Politiklabor.pdf

Heldt, Inken/Lange, Dirk: Das Politik-Labor. Forschendes Lernen in der Politischen Bildung, in: Rudolf Messner (Hrsg.), Schule forscht. Ansätze und Methoden zum forschenden Lernen, Hamburg 2009, S. 122-130.

Grabbert, Tammo: Das Politik-Labor der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. In: Politik unterrichten. Zeitschrift der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung Niedersachsen, 23. Jg., Heft 2/2008, S. 28-29.

 


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