• Zielgruppen
  • Suche
 

Der Arbeitsbereich

Der Arbeitsbereich „Vergleichende Politikwissenschaft und Regierungssystem der Bundesrepublik“ umfasst zwei etablierte Teildisziplinen der deutschen Politikwissenschaft. Er beschäftigt sich zum einen mit den politischen Strukturen und Prozessen der Bundesrepublik Deutschland und zum anderen mit der vergleichenden Analyse der Institutionen politischer Systeme.

Im Zentrum des Interesses steht in beiden Bereichen die Betrachtung kollektiver Entscheidungsprozesse und der sie tragenden Regierungssysteme, insbesondere die Entwicklung und Funktionsweise politischer Institutionen, der politischen Prozesse und die Rolle politischer Akteure. Der Regierungslehre steht dabei ein breites theoretisches Spektrum zur Verfügung, auf dessen Grundlage analytische Konzepte den systematischen Vergleich verschiedener Regierungssysteme und ihrer Elemente ermöglichen. Die Frageperspektiven reichen von historischen Beschreibungen bis zu erklärenden Modellen, die untersuchten politischen Systeme von etablierten europäischen über junge Demokratien bis hin zum supranationalen Mehrebenensystem der Europäischen Union.

Ausrichtung

In der Forschung untersucht der Arbeitsbereich schwerpunktmäßig die folgenden Themen: (1) Exekutiven im Vergleich, (2) Parlaments- und Gesetzgebungsforschung sowie (3) Forschung zu Verfassungsgerichten:

(1) Bei den Exekutiven liegt der Fokus auf Präsidenten und ihrem Verhältnis zu Regierungen, Parlamenten und anderen Institutionen, sowie auf ihrer Wahl im internationalen Vergleich. Einen besonderen regionalen Schwerpunkt bilden hierbei die Systeme Mittel-Osteuropas und der ehemaligen UdSSR.

(2) Die Parlaments- und Gesetzgebungsforschung umfasst drei Aspekte: Erstens Forschung zu Bikameralismus im deutschen Gesetzgebungsprozess, insbesondere mit Blick auf die zeitliche Dimension von Gesetzgebungsprozessen. Zweitens geht es um die Frage, wie beratende Institutionen den Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene beeinflussen. Drittens werden die Anreize individuellen parlamentarischen Handelns betrachtet.

(3) Die Forschung zu Verfassungsgerichten beschäftigt sich zum einen mit Analysen des Bundesverfassungsgerichtes in vergleichender Perspektive bezüglich seiner Rolle als Vetospieler wie auch seiner öffentlichen Wahrnehmung. Zum anderen wird die Beziehung zwischen dem Gericht und den Medien sowie die gerichtliche Öffentlichkeitsarbeit analysiert.

Aktuelle Publikationen

König, Pascal D. & Dominic Nyhuis. Forthcoming. Assessing the applicability of vote advice applications for estimating party positions. Party Politics.

Clark, Tom S. & Benjamin G. Engst, Jeffrey K. Staton. Forthcoming. Estimating the Effect of Leisure on Judicial Performance. Journal of Legal Studies.

Meyer, Philipp & Christoph Hönnige. Forthcoming. Rolle und Einfluss des Bundesverfassungsgerichts in der Amtszeit der Regierung Merkel III. In: Zohlnhöfer, Reimut & Thomas Saalfeld (eds.) Zwischen Stillstand, Politikwandel und Krisenmanagement. Eine Bilanz der Regierung Merkel 2013-2017. Wiesbaden: Springer VS.

Sikk, Allan & Philipp Köker. Forthcoming. Party Congruence and Novelty: A New Approach to Measuring Party and Party System Change. Party Politics.

Zittel, Thomas & Dominic Nyhuis. Forthcoming. Two Faces of Party Unity: Roll-Call Behavior and Vote Explanations in the German Bundestag. Parliamentary Affairs.

Brouard, Sylvain & Christoph Hönnige. 2017. Constitutional courts as veto players: Lessons from the United States, France and Germany. European Journal of Political Research, 56 (3): 529-552.

Engst, Benjamin G. & Thomas Gschwend, Nils Schaks, Sebastian Sternberg, Caroline Wittig. 2017. Zum Einfluss der Parteinähe auf das Abstimmungsverhalten der Bundesverfassungsrichter – eine quantitative Untersuchung. JuristenZeitung, 72 (17): 816-826.

Köker, Philipp. 2017. Presidential Activism and Veto Power in Central and Eastern Europe. Cham: Palgrave Macmillan.

Meyer, Philipp & Christoph Hönnige. 2017. Der Niedersächsische Staatsgerichtshof. In: Reutter, Werner (ed.) Landesverfassungsgerichte: Entwicklung – Aufbau – Funktionen. Wiesbaden: Springer VS, 219-241.