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In New York, concrete jungle, where dreams are made

Über unseren Forschungsaufenthalt und den unschätzbaren Wert des wissenschaftlichen und kulturellen Austauschs

Globetrotter, Künstler, Diplomaten, Akademiker, Banker, Touristen: Die Weltmetropole New York bietet grenzenlose Möglichkeiten für diverse Karrieren, Lebensentwürfe und Träume. Die niemals schlafende Stadt ist immer wieder ein einmaliges Erlebnis und als Besucher_in grübelt man bereits beim Landeanflug darüber, welche Facetten der Metropole es dieses Mal zu entdecken geben wird. Jeden Tag begegnen einem neue Menschen, findet man sich in neuen Ecken und Winkeln wieder. Und all das im typischen internationalen Flair. New York ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Melting Pot – ein Schmelztiegel, der mit seiner ganz besonderen Energie viele Menschen für sich einnimmt.

Für uns als Promovierende am Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hannover war New York in den letzten Jahren vor allem der Ort, an dem wir unsere akademischen Fühler ausstrecken konnten, sei es durch das Kennenlernen von und den Austausch mit Wissenschaftler_innen vor Ort oder durch die intensive Recherche und Datenerhebung zu den eigenen Projekten. Sowohl für diejenigen von uns, die zur US-Politik forschen, als auch für die, die zu internationalen Organisationen arbeiten, bietet New York immense Möglichkeiten, sich auszutauschen, Interviews zu führen oder in der Bobst-Library zu recherchieren. Mit dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York ist die Stadt prädestiniert für die UN-Forschung.

Max Weber Chair Conference 2014 und Transatlantic Graduate Students Seminar

Wie bereits in den Jahren zuvor, machten wir uns auch in diesem Jahr auf den Weg in den Big Apple. Bereits zum dritten Mal hatten wir die Möglichkeit, Anfang April an einer besonderen Veranstaltung des Center for European and Mediterranean Studies (CEMS) der New York University (NYU) teilzunehmen. Auch dieses Jahr wurde die Max Weber Chair Conference im Deutschen Haus von Prof. Dr. Christiane Lemke, die von 2010 – 2014 den Max Weber Chair an der NYU innehatte, organisiert. Das mehrtägige Programm umfasste ein universitätsübergreifendes Seminar für zahlreiche Studierende aus New York, Chapel Hill und Hannover sowie eine öffentliche Konferenz mit zahlreichen hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen.

Die Veranstaltung startete mit dem Transatlantic Graduate Students Seminar mit MA-Studierenden des CEMS-Departments der NYU, Studierenden des TransAtlantic Masters-Program an der University of North Carolina at Chapel Hill und Doktoranden des IPW. Zum einen präsentierten und diskutierten die Teilnehmenden ihre Forschungsarbeiten. Darüber hinaus bot das Seminar die Möglichkeit, auch im Hinblick auf die bevorstehende Konferenz, bedeutende politische Einrichtungen und Institutionen in New York zu besuchen, wo Verantwortliche uns einen Blick „hinter die Kulissen“ gewährten. So war ein Termin mit dem dänischen Botschafter genauso Teil des Programms wie ein Besuch des UN Women-Headquarters an der 42nd Street, der noch sehr jungen UN-Organisation, die sich mit Gleichstellungsfragen und der Förderung von Frauen befasst. Zudem waren wir zu Gast beim Hohen Kommissar für Flüchtlingsangelegenheiten (UNHCR) und wurden über die Arbeit der Organisation auf verschiedenen Kontinenten sowie die grundsätzliche Sensibilität der Bestimmung von Flüchtlingen, Binnenvertriebenen, Migranten etc. unterrichtet.

„Women in Leadership: Can Women Have it All?“

Die Max Weber Chair Conference befasste sich in diesem Jahr mit der Frage „Women in Leadership: Can Women Have it All?“ und wurde eröffnet durch eine beeindruckende Keynote von Lani Guinier, einer Bürgerrechtlerin, die als erste afro-amerikanische Juristin an der Harvard Law School auf eine Professur berufen wurde. In ihrem Vortrag gewährte sie Einblicke in den eigenen Werdegang und ihre Erfahrungen als Frau an einer männerdominierten Fakultät. Eine weitere Rednerin war Carol Gilligan, Psychologin und University Professor of Applied Psychology and the Humanities an der NYU, deren feministisches Werk In a Different Voice zu Beginn der 80er Jahre großes Aufsehen erregte. Ihr Vortrag auf der Konferenz befasste sich mit dem Thema “Women’s Voices and the Gender Gap: What Does It Mean?” Beeindruckt folgten wir auch den Präsentationen von Angelika von Wahl, Kathleen Gerson und Irene Finel-Honigman, die über Frauen im Finanzwesen sprach. Insgesamt erlebten wird während der anderthalb Tage wahrlich beeindruckende Rednerinnen und spannende Vorträge, die uns langfristig zum Nachdenken anregen. Unser Dank geht an dieser Stelle vor allem an Christiane Lemke, die uns den Besuch ermöglicht hat und der Graduiertenakademie der Leibniz Universität Hannover für die finanzielle Unterstützung, gilt aber auch dem DAAD, dem Center for European and Mediterranean Studies und dem Deutsches Haus at New York University, die diese Konferenz möglich gemacht haben.

Alltag in New York

Doch auch wenn jede tolle Veranstaltung einmal ein Ende finden muss, ließen wir es uns nicht nehmen, weiter die Möglichkeiten zu nutzen, die uns das CEMS, die New York University und natürlich die Weltmetropole New York im Allgemeinen bot. Da wir alle einen längeren Aufenthalt in den USA eingeplant hatten, verzichteten wir darauf, uns Hotelzimmer zu nehmen, sondern wohnten studententypisch entweder in WGs oder in Wohnheimen in Manhattan. So bekamen wir einen (bleibenden) Eindruck vom aufregenden, abwechslungsreichen und spannenden New Yorker Leben – was allerdings auch recht teure Mietpreise und Lebensunterhaltungskosten inkludiert. Auch nach der Konferenz blieben wir weiterhin in engem Kontakt mit den Studierenden der NYU, beim Bagel Lunch am CEMS jeden Dienstag, bei der Happy Hour freitags oder bei anderen zahlreichen Begegnungen in der Bibliothek oder Verabredungen zu gemeinsamen Abendessen. Wir tauschten uns aus und erfuhren auf diesem Wege mehr über den „American Way of Life“ und das studentische Leben in den USA.

 

Daneben wurde die NYU Bobst Library immer mehr zu unserem zweiten Zuhause. Fast jeden Tag trafen wir uns alle im sechsten Stock der Bibliothek, recherchierten von morgens bis abends für unsere jeweiligen Dissertationsprojekte und schrieben an ihnen weiter. Unsere Mittagspause verbrachten wir oft im angrenzenden Washington Square Park, in Gesellschaft zahlreicher Künstler, Touristen und New Yorker, die den Park jeden Tag so zahlreich aufsuchen, ebenso wie die kleinen grauen und zahmen Eichhörnchen, die hofften, etwas von unserem Lunch abzubekommen.

Und natürlich sollte auch die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten nicht zu kurz kommen: Eine Führung durch das UN-Headquarter, der Besuch der Freiheitsstatue und Ellis Island, die wegen des Hurrikans Sandy lange Zeit geschlossen waren, Konzert- und Museumsbesuche, Buchlesungen oder eine gemeinsame Fahrt nach Williamsburg/Brooklyn mit der Fähre und ein ausgiebiger Brunch standen auf dem gut gefüllten Plan. Die Liste an Aktivitäten, die New York bietet, ließe sich endlos lange fortsetzen und am Ende unseres Aufenthaltes kamen wir zu der Erkenntnis, dass keiner von uns es auch nur annähernd geschafft hat, seine To-Do-Liste abzuarbeiten – was aber natürlich ein guter Grund ist, New York so bald wie möglich wieder zu besuchen. Vorher aber gibt es im Sommer ein Wiedersehen mit einigen Studierenden der New York University in Berlin – quasi ein Wiederaufleben der wundervollen Zeit in New York, nur dieses Mal in Deutschland. So haben vielleicht auch wir die Möglichkeit, uns hier für die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft zu bedanken und können dazu beizutragen, den kulturellen und wissenschaftlichen Austausch zwischen den USA und Deutschland weiterzuführen.

~ Natalia Dalmer und Jasmin Schönberger, mit Svea Burmester und Christian Blume